Im Interview: Jens Eipel

Hallo Jens, wir freuen uns sehr, dass auch du bei unserem Projekt dabei bist. bist du überrascht, nach all der Zeit mit De/Vision in Verbindung gebracht zu werden?
Gewisserweise ja, zum einen weil ich ja lediglich in der Anfangszeit der Band dabei war und das ja nun schon eine ganze Zeit her ist – lass mich nachdenken – wahrscheinlich 33 oder 34 Jahre – genau kann ich das nicht festmachen.
Zum Anderen weil ich ausgestiegen bin bevor De/Vision in der „Öffentlichkeit“ bekannt war - eher bekannt im Freundeskreis und unter Schulfreunden.
Gerade deshalb freue ich mich aber, dass ihr bei der Recherche zum Buch so weit zurück geht. Am Erfolg und Werdegang von De/Vision war ich nicht beteiligt. Ich erinnere mich dennoch gerne an die Anfänge. Daher ein paar Erinnerungen aus meiner Sicht zur Gründerzeit der Band – falls von Interesse:
Die erste Minute der Band hat für mich angefangen, als ich Markus  (mit dem ich  quasi schon immer in eine Klasse ging) besuchte und er einen CASIO VL-TONE Taschensynthie in der Hand hielt – ich glaube er hatte das Ding von seiner Schwester. 

Wir waren ja totale DM Fans und ich hatte/habe zudem einen totales Faible für Elektronik, Computer und elektronische Musik – hatte aber bisher noch keinen Synthie selber besessen und das Gerät - auch wenn aus heutiger Sicht kein echter Synthesizer - hat mich gefesselt.
Wir haben auf dem Teil angefangen Songs zu spielen und haben per Tape Bounce Recording immer eine Spur nach der anderen dazu gespielt. In diesem Zuge habe ich auch Stefan über Markus kennengelernt, wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und Musik war unsere „Welt“. Irgendwie hat sich das immer weiterentwickelt. Stefan hatte irgendwann angeboten, dass wir in seinem Keller Musik machen können. 

Natürlich brauchten wir bessere Geräte. Wir haben dann zuerst mit unseren finanziell sehr begrenzten Mitteln unter anderem einen Casio SK-1 gekauft. Mit dem konnten wir sampeln über in Micro (aber nicht speichern), damals Wahnsinn. 

Mit diesen aus heutiger Sicht einfachen Geräten haben wir unsere Songs komponiert, gesungen, alles per „Hand“ gespielt und Bounce Recordings gemacht. Da musste alles sitzen ohne nachträglich bearbeiten ;)
Die Tapes dazu habe ich heute leider nicht mehr .

Gesang war, wie bei fast jeder Band, immer ein Thema. Irgendwann hatte Markus oder Stefan (ich weiß nicht mehr genau) von einem Kumpel erzählt der singen kann und vielleicht mitmachen will. Wir haben uns in der Burger Ranch in Bensheim zum Abendessen getroffen und wir waren uns sofort einig. Steffen ist dabei. Der richtungsweisende Moment aus meiner Sicht.

Irgendwann dann haben wir uns dazu entschlossen, dass wir professionelle Geräte brauchen. Keine halben Sachen eben. Da wir noch in der Schule bzw. Ausbildung waren, fast unerschwinglich. Wir haben dennoch einen Kredit aufgenommen (die Raten haben wir durch jobben im Supermarkt aufgebracht) und jeder hat daraufhin neben Anlage und Mischer einen Synth gekauft (Stefan einen DX7, Markus einen Korg DW8000 und ich den Casio CZ-1  Phase Modulation Synth).
Das war damals wirklich Wahnsinn plötzlich so ein „Studio“ in diesem Alter zu „haben“. In gewisser Weise fing es mit der Investition somit aus meiner Sicht an, dass wir Verantwortung für das Unternehmen „Band“ hatten – der Erfolg von De/Vision war sozusagen somit vorprogrammiert.
 Mein Respekt vor der Band, die „Vision“ von dort an kompromisslos und mit Leidenschaft durchzuziehen“!


Ich bin erfahren, verlässlich sowie jederzeit auf gute Ergebnisse fokussiert und weiß es zu schätzen, mit großartigen Kunden zusammenzuarbeiten.